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Herr Korbes
Es
war einmal ein Hühnchen und ein Hähnchen, die wollten zusammen eine
Reise machen. Da baute das Hähnchen einen schönen Wagen, der vier
rothe Räder hatte, und spannte vier Mäuschen davor. Das Hühnchen
setzte sich mit dem Hähnchen auf und sie fuhren mit einander fort. Nicht
lange, so begegnete ihnen eine Katze, die sprach 'wo wollt ihr hin?'
Hähnchen antwortete
'als hinaus
nach des Herrn Korbes seinem Haus.'
'Nehmt mich mit' sprach die Katze. Hähnchen antwortete 'recht gerne, setz
dich hinten auf, daß du vornen nicht herabfällst.
Nehmt euch wohl in acht
daß ihr meine rothen Räderchen
nicht schmutzig macht.
Ihr Räderchen, schweift,
ihr Mäuschen, pfeift,
als hinaus
nach des Herrn Korbes seinem Haus.'
Danach kam ein Mühlstein, dann ein Ei, dann eine Ente, dann eine
Stecknadel, und zuletzt eine Nähnadel, die setzten sich auch alle auf den
Wagen und fuhren mit. Wie sie aber zu des Herrn Korbes Haus kamen, so war der
Herr Korbes nicht da. Die Mäuschen fuhren den Wagen in die Scheune, das
Hühnchen flog mit dem Hähnchen auf eine Stange, die Katze setzte sich
ins Kamin, die Ente in die Bornstange, das Ei wickelte sich ins Handtuch, die
Stecknadel steckte sich ins Stuhlkissen, die Nähnadel sprang aufs Bett
mitten ins Kopfkissen, und der Mühlstein legte sich über die
Thüre. Da kam der Herr Korbes nach Haus, gieng ans Kamin und wollte Feuer
anmachen, da warf ihm die Katze das Gesicht voll Asche. Er lief geschwind in
die Küche und wollte sich abwaschen, da sprühte ihm die Ente Wasser
ins Gesicht. Er wollte sich an dem Handtuch abtrocknen, aber das Ei rollte ihm
entgegen, zerbrach und klebte ihm die Augen zu. Er wollte sich ruhen, und
setzte sich auf den Stuhl, da stach ihn die Stecknadel. Er gerieth in Zorn, und
warf sich aufs Bett, wie er aber den Kopf aufs Kissen niederlegte, stach ihn
die Nähnadel, so daß er aufschrie und ganz wüthend in die weite
Welt laufen wollte. Wie er aber an die Hausthüre kam, sprang der
Mühlstein herunter und schlug ihn todt. Der Herr Korbes muß ein
recht böser Mann gewesen sein.
Jacob Grimm 1785 - 1863 u. Wilhelm Grimm 1786 - 1859
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