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Der alte Großvater und der Enkel
Es
war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die
Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und
den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch,
und es floß ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau
ekelten sich davor, und deswegen mußte sich der alte Großvater
endlich hinter den Ofen in die Ecke setzen, und sie gaben ihm sein Essen in ein
irdenes Schüsselchen und noch dazu nicht einmal satt; da sah er
betrübt nach dem Tisch, und die Augen wurden ihm naß. Einmal auch
konnten seine zitterigen Hände das Schüsselchen nicht fest halten, es
fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte aber nichts und
seufzte nur. Da kauften sie ihm ein hölzernes Schüsselchen für
ein paar Heller, daraus mußte er nun essen. Wie sie da so sitzen, so
trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine Brettlein
zusammen. 'Was machst du da?' fragte der Vater. 'Ich mache ein Tröglein,'
antwortete das Kind, 'daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß
bin.' Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fiengen endlich an zu weinen,
holten alsofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn von
nun an immer mit essen, sagten auch nichts wenn er ein wenig verschüttete.
Jacob Grimm 1785 - 1863 u. Wilhelm Grimm 1786 - 1859
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