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Der Fuchs und die Katze
Es
trug sich zu, daß die Katze in einem Walde dem Herrn Fuchs begegnete, und
weil sie dachte 'er ist gescheidt und wohl erfahren, und gilt viel in der
Welt,' so sprach sie ihm freundlich zu. 'Guten Tag, lieber Herr Fuchs, wie
gehts? wie stehts? wie schlagt ihr euch durch in dieser theuren Zeit?' Der
Fuchs, alles Hochmuthes voll, betrachtete die Katze von Kopf bis zu
Füßen und wußte lange nicht ob er eine Antwort geben sollte.
Endlich sprach er 'o du armseliger Bartputzer, du buntscheckiger Narr, du
Hungerleider und Mäusejäger, was kommt dir in den Sinn? du
unterstehst dich zu fragen wie mirs gehe? was hast du gelernt? wie viel
Künste verstehst du?' 'Ich verstehe nur eine einzige' antwortete
bescheidentlich die Katze. 'Was ist das für eine Kunst?' fragte der Fuchs.
'Wenn die Hunde hinter mir her sind, so kann ich auf einen Baum springen und
mich retten.' 'Ist das alles?' sagte der Fuchs, 'ich bin Herr über hundert
Künste und habe überdies noch einen Sack voll Liste. Du jammerst
mich, komm mit mir, ich will dich lehren wie man den Hunden entgeht.' Indem kam
ein Jäger mit vier Hunden daher. Die Katze sprang behend auf einen Baum
und setzte sich in den Gipfel, wo Äste und Laubwerk sie völlig
verbargen. 'Bindet den Sack auf, Herr Fuchs, bindet den Sack auf,' rief ihm die
Katze zu, aber die Hunde hatten ihn schon gepackt und hielten ihn fest. 'Ei,
Herr Fuchs,' rief die Katze, 'ihr bleibt mit euern hundert Künsten
stecken. Hättet ihr heraufkriechen können wie ich, so wärs nicht
um euer Leben geschehen.'
Jacob Grimm 1785 - 1863 u. Wilhelm Grimm 1786 - 1859
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