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Häsichenbraut
Et
was ein Frou mit ener Toachter in änen schöhnm Goarten mit Koal;
dahin kam än Häsichen und froaß zo Wenterszit allen Koal. Da
seit de Frou zur Toachter 'gäh in den Goarten, und jags Häsichen.'
Seits Mäken zum Häsichen 'schu! schu! du Häsichen, frißt
noch allen Koal.' Seits Häsichen 'kumm, Mäken und sett dich uf min
Haosenschwänzeken und kumm mit in min Haosenhüttchen.' Mäken
well nech. Am annern Tog kummts Häsichen weder und frißt den Koal,
do seit de Frou zur Toachter 'gäh in den Goarten, und jags Häsichen.'
Seits Mäken zum Häsichen 'schu! schu! du Häsichen, frißt
noch allen Koal.' Seits Häsichen 'kumm, Mäken, sett dich uf min
Haosenschwänzeken und kumm mit mer in min Haosenhüttchen.' Mäken
well nech. Am dretten Tog kummts Häsichen weder und frißt den Koal.
Do seit de Frou zur Toachter 'gäh in den Goarten und jags Häsichen.'
Seits Mäken 'schu! schu! du Häsichen, frißt noch allen Koal.'
Seits Häsichen 'kumm, Mäken, sett dich uf min Haosenschwänzeken
und kumm mit mer in min Haosenhüttchen.' Mäken sätzt sich uf den
Haosenschwänzeken, do brachts Häsichen weit raus in sin Hüttchen
und seit 'nu koach Grinkoal und Hersche (Hirse), ick well de Hochtidlüd
beten.' Do kamen alle Hochtidlüt zosam'm. (Wer waren dann die
Hochzeitsleute? das kann ich dir sagen, wie mirs ein anderer erzählt hat:
das waren alle Hasen, und die Krähe war als Pfarrer dabei, die Brautleute
zu trauen, und der Fuchs als Küster, und der Altar war unterm Regenbogen.)
Mäken aober was trurig, do se so alleene was. Kummts Häsichen und
seit 'thu uf, thu uf, de Hochtidlüt senn fresch (frisch, lustig).' De
Braut seit nischt und wint. Häsichen gäht fort, Häsichen kummt
weder und seit 'thu uf, thu uf, de Hochtidlüt senn hongrig.' De Braut seit
weder nischt und wint. Häsichen gäht fort, Häsichen kummt und
seit 'thu uf, thu uf, de Hochtidlüt waorten.' Do seit de Braut nischt und
Häsichen gäht fort, aober se macht ene Puppen von Stroah met eren
Kleedern, und giebt er eenen Röhrleppel, und set se an den Kessel met
Hersche, und gäht zor Motter. Häsichen kummt noch ämahl und seit
'thu uf, thu uf,' und macht uf und smet die Puppe an Kopp, daß er de Hube
abfällt. Do set Häsichen daß sine Braut nech es und gäht
fort und es trurig.
Jacob Grimm 1785 - 1863 u. Wilhelm Grimm 1786 - 1859
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