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Der Fuchs und die Gänse
Der
Fuchs kam einmal auf eine Wiese, wo eine Herde schöner fetter Gänse
saß, da lachte er und sprach 'ich komme ja wie gerufen, ihr sitzt
hübsch beisammen, so kann ich eine nach der andern auffressen.' Die
Gänse gackerten vor Schrecken, sprangen auf, fiengen an zu jammern und
kläglich um ihr Leben zu bitten. Der Fuchs aber wollte auf nichts
hören und sprach 'da ist keine Gnade, ihr müßt sterben.'
Endlich nahm sich eine das Herz und sagte 'sollen wir armen Gänse doch
einmal unser jung frisch Leben lassen, so erzeige uns die einzige Gnade und
erlaub uns noch ein Gebet, damit wir nicht in unsern Sünden sterben:
hernach wollen wir uns auch in eine Reihe stellen, damit du dir immer die
fetteste aussuchen kannst.' ' Ja,' sagte der Fuchs, ' das ist billig, und ist
eine fromme Bitte: betet, ich will so lange warten.' Also fieng die erste ein
recht langes Gebet an, immer 'ga! ga!' und weil sie gar nicht aufhören
wollte, wartete die zweite nicht, bis die Reihe an sie kam, sondern fieng auch
an 'ga! ga!' Die dritte und vierte folgte ihr, und bald gackerten sie alle
zusammen. (Und wenn sie ausgebetet haben, soll das Märchen weiter
erzählt werden, sie beten aber alleweile noch immer fort).
Jacob Grimm 1785 - 1863 u. Wilhelm Grimm 1786 - 1859
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